OHRENAUF!

Die Reihe für klassische Avantgarde an der Kantonsschule Küsnacht

 

Drei Konzerte heuer, eines zum Nachholen aus der Lockdown Zeit... sie sind prozesshafter, non narrativer Musik gewidmet, die ersten zwei mit Kompositionen, das dritte mit improvisierter Musik.

 

Konzert 1: Montag, 21. September 2020 um 12.45 im Singsaal

Für einmal greift der Veranstalter selber in die Tasten, für Margrit Schenkers 40-minütigen Zyklus der 15 "Monaden", welche der Interpret anfangs 2020 in diversen Schweizer Städten gespielt hat. Die Komponistin ist als ehemalige Klavierlehrerin und Kollegin ssicherlich den Meisten in sehr guter Erinnerung.

Der Begriff der Monade stammt aus vorsokratischen Zeiten. Leibnis (1696) definiert die Monaden als "lebendige Spiegel des Universums, Quelle von spontanem, d.h. mechanisch nicht erklärbarem Wirken in der Natur, sie konstituieren die Einheit eines jeden Einzedings oder Individuums."

Margrit Schenker schreibt dazu: "Für mich war die Vorstellung wichtig, dass sich aus einem Kernton ein Universum von Klängen entwickeln kann. Der Gebrauch des rechten Pedals ist in diesen Stücken sehr wichtig wegen der sich entwickelnden Resonanzen." Grosszügig in Behandlung von Zeit und Klangräumen, ein antivirtuoses Manifest, das zur Kompletation, zum Verweilen und Geniessen einlädt...

 

Konzert 2: Montag, 9. November 2020 um 12.45 im Singsaal

Dass ein Saxofonquartett auch leise spielen kann, beweist das Berner Konusqaurtett mit Werken des Aarauer Komponisten Jürg Frey. Das Quartett hat sich einer radikal zeitgenössischen Version des Spielens mit vier Saxofonen verschrieben. Es interpretiert vorwiegend zeitgenössische Originalliteratur. Regelmässig vergibt das Ensemble Aufträge an renommierte Künstler wie Klasu Lang, Barry Guy, Urs Peter Schneider, etc.

So entstand auch das Werk Memoire, Horizon von Jürg Frey, der von seiner Musik als Architektur der Stille spricht. Von langen Zeitspannen für die Präsenz von Klängen und lange Zeitspannen für deren Absenz. Eine extrem intuitiv gehörte und geschriebene Musik für Solobesetzungen bis zum Orchester, mit der Frey sich international Gehör verschafft hat.

 

Konzert 3: Montag, 22. März 2021 um 12.45 im Singsaal

Das Trio Meklin/Niolcai/Weiss bewegt sich im Bereich der improvisierten Musik, der ein Treffpunkt von drei ziemlich unterschiedlichen musikalischen Laufbahnen ermöglicht. Der gemeinsame Nenner ist die Erforschung von Klängen auf den jeweiligen Instrumenten und das Erschaffen eines Gesamtklanges.

Sandra Weiss ersetzte kurzfristig einen Musiker des Trios puun tiet von Anna-Kaisa Meklin und Giancarlo Nicolai für ein Konzert der Klang Bang Konzertserie in Basel. Dies war der STart des Trios Meklin/Nicolai/Weiss, das darauf folgend im Sommer 2018 die Ausstellung "kopfLandschaften" mit Bildern von Marcel Forrer und Skulpturen von Alexander Reder und den Zauberwald der Wunderkammer Zürich, innerhalb der Prozession "Begräbnis des Unterblichkeits-Pilzes "Reishi"" geführt von der Künstlerin Anna Cholinksa, bespielte. Anfang 2019 eröffnete das Trio Meklin/Nicolai/Weiss im Museum für Urgeschichte(n) die Vernissage der Sonderausstellung zum Thema Eiszeit, Mammuts und Leben vor 17'000 Jahren, wo sie den Urklängen auf die Spur gingen. Nun fahren sie weiter und erforschen die Klänge der Zukunft.

 

Dominik Blum, Juli 2020